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Nicht dokumentiert
Asien/Sri Lanka/Zentralprovinz/Kandy
vor 1911
Horn
Höhe 3,5 cm
Christine und Lucian Scherman Der in Posen geborene Indologe und dritte Direktor des Ethnographischen Museums, Lucian Scherman, unternahm von Oktober 1910 bis Dezember 1911 zusammen mit seiner Frau Christine eine ausgedehnte Forschungs- und Sammelreise nach Ceylon, Burma und Indien, d.h. in das damalige Britisch-Indien, ein Gebiet, das in den Beständen des Museums noch ungenügend vertreten war. Christine Scherman hatte eine fotografische Ausbildung gemacht und begleitete ihren Mann als wissenschaftliche Hilfskraft. Besonderes Augenmerk lag auf der damals noch wenig erforschten Kultur Burmas, die die Schermans vorbildlich dokumentierten. Auf Glasplatten und Rollfilmen wurden die gesammelten Objekte und Textilien vor Ort in ihrem natürlichen Umfeld festgehalten und die Umstände des Erwerbs in Reisetagebüchern notiert. Auf diese Weise entstand eine Sammlung von mehreren tausend Objekten und einer ähnlichen Anzahl von Fotografien, die zu den besten der Welt gerechnet werden kann. 1912 wurde die Sammlung in der Akademie der Wissenschaften ausgestellt, woraufhin Lucian Scherman den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse mit Krone und Christine Scherman die Ludwigsmedaille, Abteilung Kunst und Wissenschaft, von Prinzregent Luitpold verliehen wurde. Scherman wurde als außerordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen und erhielt 1916 einen eigenen Lehrstuhl für „Völkerkunde mit besonderer Berücksichtigung des indischen Kulturkreises“. Verzögert durch den Ersten Weltkrieg erschien 1922 Lucian und Christine Schermans Gemeinschaftswerk „Im Stromgebiet des Irrawaddy: Burma und seine Frauenwelt“, das für die Burma-Forschung bahnbrechend war, auch weil Christine Scherman als Frau Einblicke in Bereiche erhalten hatte, die männlichen Forschern gewöhnlich verschlossen blieben. 1933 wurde Scherman von den Nationalsozialisten zwangspensioniert und nicht emeritiert, weil er Jude war. 1939 emigrierte das Ehepaar in die USA nach Hanson, Massachussetts, wo ihr Sohn als Arzt tätig war. Die schwerkranke Christine Scherman verstarb dort 1940. Lucian Scherman konnte weiter wissenschaftlich tätig sein und starb 1946 in Hanson, wenige Wochen nachdem er alle Rechte als pensionierter Professor zurückerhalten hatte.
| Lucian Scherman Der in Posen geborene Indologe und dritte Direktor des Ethnographischen Museums, Lucian Scherman, unternahm von Oktober 1910 bis Dezember 1911 zusammen mit seiner Frau Christine eine ausgedehnte Forschungs- und Sammelreise nach Ceylon, Burma und Indien, d.h. in das damalige Britisch-Indien, ein Gebiet, das in den Beständen noch ungenügend vertreten war. Besonderes Augenmerk lag auf der damals noch wenig erforschten Kultur Burmas, die die Schermans vorbildlich dokumentierten. Auf diese Weise entstand eine Sammlung von mehreren tausend Objekten und einer ähnlichen Anzahl von Fotografien, die zu den besten der Welt gerechnet werden kann. 1912 wurde die Sammlung in der Akademie der Wissenschaften ausgestellt, woraufhin Prinzregent Luitpold Lucian Scherman den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse mit Krone und Christine Scherman die Ludwigsmedaille, Abteilung Kunst und Wissenschaft, verlieh. Scherman wurde als außerordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen und erhielt 1916 einen eigenen Lehrstuhl für „Völkerkunde mit besonderer Berücksichtigung des indischen Kulturkreises“. Ein weiteres großes Verdienst von Lucian Scherman war 1926 der Umzug des Museums aus der Enge der Hofgartenarkaden in das heutige Haus an der Maximilianstraße. 1933 wurde Scherman von den Nationalsozialisten zwangspensioniert und nicht emeritiert, weil er Jude war. 1939 emigrierte das Ehepaar in die USA nach Hanson, Massachussetts, wo ihr Sohn als Arzt tätig war. Lucian Scherman konnte weiter wissenschaftlich tätig sein und starb 1946 in Hanson, wenige Wochen nachdem er alle Rechte als pensionierter Professor zurückerhalten hatte.
Kauf 1912