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Ab dem 9. Dezember 2022: »In trockenen Tüchern. Gewebtes und Besticktes aus dem Osmanischen Reich«

Am 17. November 1922 verließ Sultan Mehmed VI. Vahideddin die Stadt Istanbul an Bord eines Schiffes und segelte ins Exil. Nach mehr als 700-jährigem Bestehen endete damit das Osmanische Reich (1299-1922).

Zu den Glanzstücken osmanischen Kunstschaffens gehören fein bestickte Textilien. Bestickte Kissenbezüge und Wandbehänge bestimmten das Interieur, verzierte Tischdecken und Servietten veredelten die Mahlzeiten und die bestickten Handtücher spielten eine wichtige Rolle beim wöchentlichen Besuch im Hamam. Besonders fein mit Seide und Metallfäden verzierte Tücher aus Leinen- oder Baumwollgeweben werteten im Zusammenspiel mit Gebrauchsgegenständen auch die alltäglichen Aktivitäten der städtischen Eliten auf, etwa beim Empfang von Gästen im eigenen Heim.

Die Ausstellung zeigt Tücher aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Die gezeigten Textilien sind fein mit Blüten, Früchten oder Architekturelementen verziert und wurden in kunstvoller Handarbeit gefertigt. Ihre Besonderheit liegt in der Wendbarkeit: Vorder- und Rückseite sind mit gleicher Sorgfalt gearbeitet und dienen gleichermaßen als Schauseiten. Anhand von etwa 70 Tüchern und Gebrauchsgegenständen aus den Sammlungen Dr. Werner Middendorf und Ulla Ther sowie den museumseigenen Beständen des MFK bietet die Ausstellung Einblicke in verschiedene Lebensbereiche der Bewohner:innen des Osmanischen Reiches.