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Kraftfigur in Gestalt eines doppelköpfigen Hundes | Nkisi nkondi kozo
Inventar-Nummer 57-17-1

Urheberschaft

Nicht dokumentiert | Bakongo

Geografische Herkunft

Afrika/Kongo - Demokratische Republik

Datierung

2. Hälfte 19. Jh.

Material

Holz, Metall, Textilgewebe, Farbe, Pflanzenfaser

Maße

Höhe 37 cm | Breite 74,5 cm | Tiefe 33 cm | Gewicht 13,6 kg

Notiz

Zur Zeit in der Dauerausstellung zu sehen.

Diese Kraftfigur aus der Vili-Region wurde in Gestalt eines doppelköpfigen Hundes geschaffen. Hunde nehmen im Weltbild vieler zentralafrikanischer Bevölkerungsgruppen eine besondere Rolle ein. Als domestizierte Tiere sind sie sowohl Teil des von den Menschen bewohnten Dorfes wie auch der »unmenschlichen« Wildnis.

Hunde werden als doppeldeutige Wesen zwischen Kultur und Natur, zwischen Wildnis und menschlichem Siedlungsbereich, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten betrachtet. Als treue Beschützer der Menschen insbesondere in der Nacht sind Hunde wachsam und sensibel für diesseitige und jenseitige Gefahren.

In dieser Kraftfigur werden alle diese Vorstellungen gebündelt: Mit einem Augenpaar blickt der Hund in die Welt der Lebenden, mit dem anderen in die Jenseitswelt.

Die häufige Verwendung dieser Kraftfigur wird durch die zahllosen Nägel und Eisenteile belegt, die nicht aus ästhetischen Gründen eingeschlagen worden sind, sondern um die in der Figur konzentrierten übermenschlichen Kräfte wirksam zu machen. (Stefan Eisenhofer)

Provenienz

Ludwig Bretschneider
Kauf 1957
Erworben im Kunsthandel 1957