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Köcher mit Pfeilen für Ritualbogen
Inventar-Nummer 35-1-9

Urheberschaft

Nicht dokumentiert | San

Geografische Herkunft

Afrika/Südafrika Republik

Datierung

Anfang 20. Jh.

Material

Leder, Glasperlen, Holz

Maße

Länge Köcher mit Kordel 12 cm | Breite Köcher 3 cm | Länge Pfeile 11 cm

Provenienz

Leonhard Sigmund Schultze-Jena Leonhard Schultze-Jena war ein deutscher Kolonialforscher, Mediziner und Zoologe, der 1903 bis 1905 die deutsche Kolonie Südwestafrika (Namibia) bereiste. Während des Herero- und Nama-Kriegs bzw. -Genozids begleitete er Generalleutnant Lothar von Trotha als Kriegsberichterstatter. Er nahm Sektionen an den Leichen von Kriegsopfern vor und betrieb anthropologische Forschungen an Kriegsgefangenen. Vor dem ersten Weltkrieg forschte er außerdem in der deutsche Kolonie Neuguinea. Weitere Reisen unternahm er auf den Balkan und nach Süd- und Mittelamerika. Zu seinen akademischen Schülern zählte Heinrich Ubbelodhe-Döring, der spätere Direktor des Museums für Völkerkunde München (Museum Fünf Kontinente). Das Museum Fünf Kontinente erwarb zwischen 1935 und 1950 über 450 Objekte v.a. aus dem südlichen Afrika, Mittelamerika und Neuguinea über den Händler Gustav Umlauf und Schultze-Jena selbst. (Eva Schuster/Richard Hölzl, 13.1.26) | Firma J. F. G. Umlauff Die Firma J.F.G. Umlauff bestand von 1868 bis 1942 unter verschiedenen Inhabern. Durch Zwistigkeiten innerhalb der Familie und Teilungen gab es mehrere Firmen Umlauff mit verschiedenen Adressen in Hamburg - siehe etwa Umlauff, Johann Friedrich Gustav (Person). Das Münchner Museum für Völkerkunde kaufte sowohl von der Firma J.F.G. Umlauff als auch von (Johann Friedrich) Gustav Umlauff.
Kauf 1935
Das Set ist Teil eines Konvoluts an Objekten aus dem Besitz des Kolonialforschers Leonhard Schultze-Jena, der sich von 1903 bis 1905 in der deutschen Kolonie Südwestafrika (Namibia) aufhielt und am Krieg bzw. Genozid gegen die Herero und Nama beteiligt war. Das Waffenset, oder ein sehr ähnliches, ist in seinem publizierten Reisebericht »Aus Namaland und Kalahari« (Jena 1907, S. 666–667) als »Miniatur-Bogenausrüstung« and »Pendant unseres Taschenrevolvers« abgebildet. Dort findet sich auch ein Hinweis zur Provenienz: »Im Anschluß an die Beschreibung der Südkalahari - Buschmannsbewaffnung sei hier auf die Miniatur - Bogenausrüstung eines Buschmanns aus dem Sandfeld bei Gobabis aufmerksam gemacht. Ich erhielt die Stücke zusammen mit einem gewöhnlichen Bogen von einem Farmer aus dieser Gegend, der sie vom Buschmann selbst erworben hatte.« Auf welche Weise diese ‚Erwerbung‘ erfolgte, ist derzeit nicht genauer zu eruieren.
(Eva Schuster/Richard Hölzl, 13.1.26)